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Dienstag, 11. Februar 2014

Stuttgart - Altes Schloss mit Schlossplatz um 1818 / 1900 / heute

Altes Schloss mit Schlossplatz um 1900
Stuttgart - Altes Schloss mit Schlossplatz 1818 mit Blick auf die Türme der Stiftskirche
 
Stuttgart - Altes Schloss - Ansicht Westen

Stuttgart - Altes Schloss - Hof

Das Alte Schloss liegt im Zentrum Stuttgarts und geht auf eine Wasserburg aus dem 10. Jahrhundert zurück. Es gehört mit der Stiftskirche zu den bestimmenden Gebäuden am Schillerplatz. In der Nachbarschaft stehen u.a. die Markthalle der Stadt, die Ministerien im Neuen Schloss und das moderne Landtagsgebäude. Das Alte Schloss ist heute ganz Museumsgebäude, die Schlosskirche dient Gottesdiensten.

Die erste Burganlage zum Schutz des Stutengartens gab es bereits um 950. Im 14. Jahrhundert wurde sie Hauptsitz der Grafen Württembergs und der Hofkammer. Die Herzöge Christoph und Ludwig ließen sie von 1553 bis 1578 zu einem Renaissance-Schloss ausbauen. In diese Zeit fallen ebenfalls der Bau der Reitertreppe von Blasius Berwart 1560, die Einweihung der Schlosskirche 1562 und die Ausgestaltung des Konferenzsaales. Die Wassergräben um das Schloss wurden im 18. Jahrhundert verfüllt.
1931 brannte ein Teil der Anlage aus, dabei wurde der Dürnitzbau mit beiden Türmen weitgehend zerstört. Noch bevor der Wiederaufbau abgeschlossen werden konnte, wurde das Schloss im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Dabei fielen auch große Teile der volkskundlichen Sammlung des Landesmuseums Württemberg den Flammen zum Opfer, wie z.B. die Handwerksstuben. Der Wiederaufbau dauerte bis 1971 und wurde von Paul Schmitthenner geleitet.
Der Arkadenhof des Schlosses selbst zeigt Architekturmotive der Frührenaissance aus Italien und ist beachtlich. Als Turnierquadrat konzipiert, sollten die repräsentativen Arkaden ursprünglich um den ganzen Hof laufen. Dazu kam es nicht, weil das Schloss „politisch“ herabgestuft wurde.
Unter der Schlosskirche ist in der Königsgruft die Grablege von König Karl I. und Königin Olga. Im Innenhof steht ein von Ludwig von Hofer gestaltetes Reiterstandbild Graf Eberhards im Bart, der 1495 erster Herzog von Württemberg wurde und Stuttgart zur Residenz machte.

Das Schloss beherbergt heute das Landesmuseum Württemberg mit reichhaltigen Beständen und im Südwestflügel die Schlosskirche.
Im Gebäudekomplex des Schlosses wurde eine Erinnerungsstätte an den am 20. Juli 1944 hingerichteten deutschen Widerstandskämpfer Claus Graf Stauffenberg eingerichtet. Ihr Eingang ist auf der Seite des Karlsplatzes.

Stuttgart - Altes Schloss - Kirche

Stuttgart - Schillerplatz - Zum König von England - 1839 / 1881 / 1901

Stuttgart - Schillerplatz - Zum König von England - 30-4-1901. Inmitten des gepflasterten Platzes steht das von dem Dänen Bertel Thorvaldsen 1839 errichtete Schillerdenkmal
Schillerplatz in Stuttgart. Links im Bild ein Stück der Stiftskirche und die Statue Friedrich Schillers.Bild aus dem Jahre 1881
Stuttgart - Schillerplatz, Schlossplatz



Der Schillerplatz ist ein Platz im Zentrum Stuttgarts. Er wurde in seiner heutigen Form zu Ehren Friedrich Schillers angelegt. Umgeben ist er im Südwesten beginnend von der Stiftskirche, dem Fruchtkasten, dem Prinzenbau (heute Sitz des Justizministeriums) und der Alten Kanzlei sowie schließlich dem Alten Schloss.

Auf dem Schillerplatz findet zweimal wöchentlich ein Wochenmarkt statt. Viele Veranstaltungen, die primär auf dem Stuttgarter Marktplatz stattfinden, werden auf den Schillerplatz ausgedehnt, so beispielsweise der Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Unter dem Schillerplatz befindet sich zudem eine Tiefgarage.
Inmitten des gepflasterten Platzes steht das von dem Dänen Bertel Thorvaldsen 1839 errichtete Schillerdenkmal. Es war das erste Schillerdenkmal Deutschlands. Als Vorlage diente eine Zeichnung Schillers von Johann Christian Reinhart, die 1787 angefertigt wurde und heute verschollen ist. Über seine Entstehung handelt das von Thorwaldsens Landsmann Hans Christian Andersen verfasste Märchen Die alte Kirchenglocke.

Das erste feste Haus Stuttgarts, das Stuthaus, lag neben der Stiftskirche. Es liegt daher nahe zu vermuten, dass das Gelände des heutigen Schillerplatzes um das Jahr 1000 Teil des Gestütsgeländes Stutengarten war. Seit dem 12. Jahrhundert war das Gebiet wahrscheinlich Siedlungsfläche, ab dem 13. Jahrhundert wurden Steinhäuser wie der Fruchtkasten errichtet. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde der Dürnitzbau des alten Schlosses errichtet. 1542 konnte der Bau der Kanzlei abgeschlossen werden. Wenige Jahre später wurde der Arkadenflügel des alten Schlosses erbaut und der Bereich bis zur Kanzlei als Schlossgraben gestaltet. 1594 beauftragte Herzog Friedrich I. den Baumeister Heinrich Schickhardt im Bereich des heutigen Schillerplatzes einen repräsentativen Renaissanceplatz zu schaffen. Hierzu wurden bis kurz vor 1600 die bestehenden Häuser aufgekauft und abgerissen. Der entstandene Platz wurde gepflastert und als Schloss- und Kanzleiplatz bezeichnet. Seit dieser Zeit hat der Platz seine heutigen Abmessungen.
Ab 1607 begannen die Bauarbeiten am Gesandtenhaus, dem heutigen Prinzenbau. Dieses Gebäude wurde 1677 fertiggestellt. 1711 wurde der Prinzenbau hinter der alten Kanzlei bis zur Planie erweitert. Hierbei entstand der Kanzleibogen. An der Südseite des Platzes, zwischen Schloss und Stiftskirche, eröffnete 1712 das erste Stuttgarter Kaffeehaus, aus dem 1798 der Gasthof „König von England“ entstand. Wenige Jahre zuvor, zwischen 1775 und 1777, wurde der Schlossgraben zugeschüttet. Damit erhielt der Platz endgültig seine heutige Form.
1934 wurde der alte Schlossplatz offiziell in Schillerplatz umbenannt. 1944/45 brannten sämtliche Gebäude um den Schillerplatz ab. Bis auf den „König von England“ wurden sie wieder aufgebaut und in ihrer äußeren Form erhalten. 1972/1973 wurde unter dem Schillerplatz eine Tiefgarage errichtet.

Am Gebäude der Alten Kanzlei befindet sich ein runder schlanker hoher Turm von 1598. Die bemerkenswerte Figur auf dieser Säule – ein „Jüngling aus Gold“ – stammt von Ludwig Hofer (1862), ausgeführt von Wilhelm Pelargus, und stellt einen Mercurius dar.

Inmitten des gepflasterten Platzes steht das von dem Dänen Bertel Thorvaldsen 1839 errichtete Schillerdenkmal.

Inmitten des gepflasterten Platzes steht das von dem Dänen Bertel Thorvaldsen 1839 errichtete Schillerdenkmal.